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Quarkgetrieben gepresster, gekochter Berg Grundlagen

Schwierige alpine Bedingungen

Hochgebirgskäse, gepresst und gekocht, mit Lochbildung (oder glattem Teig), traditionell aus Sommerweidemilch in Kooperativenhütten hergestellt. Gruyère, Comté, Beaufort, Emmentaler.

Familie
Quarkgetrieben
Prozessart
gepresster, gekochter Berg
Bedeutung
Grundlagen
Alterungstemperatur
10-15 °C / 50-59 °F
Alternde Luftfeuchtigkeit
92-97%
Typische Dauer
40-104 Wochen
Anmerkung der Redaktion
Gruyère ist Gegenstand eines langjährigen Etikettenstreits – in den USA ist „Gruyère“ trotz der Schweizer AOP als Gattungsbezeichnung zulässig. Amerikanische Käsesorten im „Alpenstil“ (Pleasant Ridge Reserve, Spring Brook Tarentaise, Alpha Tolman) sind zwar von europäischen AOP-Varianten inspiriert, unterscheiden sich aber rechtlich von ihnen.

Technisch Beschreibung

Im Gegensatz zu „hart gereiftem“ Milchkäse, der in der redaktionellen Darstellung aufgrund seiner Tradition in der Bergmilchwirtschaft hergestellt wird, handelt es sich um große Laibe (typischerweise 35–45 kg), die aus Rohmilch in genossenschaftlichen Fruchtereien hoch in den Almen gewonnen werden. Der Käsebruch wird fein geschnitten, auf 50–54 °C erhitzt und anschließend in Holzformen gepresst. Manche Laibe bilden durch Propionsäurebakterien sogenannte „Augen“ (Gasbläschen), andere bleiben fest. Die lange Reifung in kühlen, feuchten Kellern (oft natürliche Höhlen oder eigens dafür errichtete, befestigte Reifeanlagen) entwickelt komplexe Aromen von Blüten, Früchten und Nüssen, die direkt auf die saisonale Alpenflora zurückzuführen sind, von der die Kühe grasen.

Altern Parameter

Temperatur
10-15 °C / 50-59 °F
Luftfeuchtigkeit
92-97%
Mindestalterung
16 Wochen
Typische Alterung
40-104 Wochen
Maximale Alterung
156 Wochen (~39 Monate)

Mikrobiell Umfeld

Thermophile Milchsäurebakterien (Lactobacillus helveticus, Streptococcus thermophilus) sind wichtige Starterkulturen. Die Lochbildung in Emmentaler, Gruyère und anderen Käsesorten geht auf Propionibacterium freudenreichii zurück, das während der Reifung CO₂ produziert. Die natürliche Milchmikroflora (die durch Rohmilch erhalten bleibt) trägt wesentlich zum Terroir-Ausdruck bei – die Pasteurisierung verändert den Käse merklich.

Geschichte

Die Herstellung von alpinen Hartkäsesorten ist stark von der Transhumanz geprägt – dem saisonalen Weidegang der Rinder auf die Hochweiden (Alpen) zum Sommerweiden. Die genossenschaftliche Milchwirtschaft entstand aus der praktischen Notwendigkeit, dass einzelne Höfe nicht genügend Milch für große Käselaibe produzieren konnten – die Fruitières des Comté sind seit dem 13. Jahrhundert belegt. Jede Fruitière sammelt Milch von 5 bis 25 benachbarten Höfen und produziert täglich Laibe. Dieses System besteht bis heute weitgehend unverändert fort; Comté ist Frankreichs meistproduzierter AOP-Käse (nach Tonnage). Die Bezeichnung „Chalet d’Alpage“ für Beaufort kennzeichnet Käse, der ausschließlich aus sommerlicher Alpenmilch hergestellt wird.

Unterschrift Käse

Schlüssel Regionen

Franche-Comté (Comté) Savoie (Beaufort, Tomme de Savoie, Abondance) Schweizer Alpen (Gruyère, Emmentaler, Appenzeller) Waadt (L'Etivaz) Vorarlberg/Tirol (Österreichische Alpen)

AOP / DOP Bezeichnungen

Milchsorten, die diese verwenden Verfahren

Ursprünge, die damit in Verbindung stehen Verfahren

Verwandt Milch